Tag 09 – Suwon – 04.10.2015

Und wieder brach ein neuer Tag an, der mit einem abwechslungsreichen Programm gefüllt werden wollte. Das erste Highlight an diesem Morgen war, dass unser Gretchen zum ersten Mal in ihrem kurzen Leben eine Müslischüssel zu Fall gebacht hatte. Meinem Mann war das sehr unangenehm und natürlich war nur die 3 Monate alte Kleine Schuld 😉

Wir entschieden uns dafür, aus Seoul rauszufahren und waren ein wenig fasziniert davon, dass man in Seoul nicht das Gefühl hatte in einer Riesenstadt zu sein. Wahrscheinlich liegt es an den Hügeln, die bewaldet und unbewohnt sind. Dadurch wirkt dieser Ballungsraum sehr aufgelockert. Die Metropolregion rund um Seoul gilt als die zweitgrößte (nach Tokio-Yokohama) der Welt.

Was dies eigentlich bedeutet, „erfuhren“ (mit der U-Bahn) wir heute. Wir machten einen Abstecher nach Suwon, einer Millionenstadt im 48 km südlich von Seoul. Mit der Linie 1 ging es eine Stunde und etwa 30 Haltestellen nach Süden. Dort war aber noch lange nicht die Endstation. Wir zählten noch zirka 20 weitere.

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Diese Ausmaße faszinierten uns. Da uns ein Fußmarsch von knapp zwei Kilometern bevorstand, stärkten wir uns ein wenig bei Starbucks 😉

Die Stärkung war eine Sache, aber zwei weinende Kinder die Andere. Plötzlich stehen einem die Schweißperlen auf der Stirn, weil sich ein Kind beklagt, weil es sich mit der Wasserflasche das T-Shirt nass gemacht hat und das Andere, weil es Hunger hat. Mann oh mann, da muss man einen kühlen Kopf bewahren und versuchen alle Bedürfnisse am Besten gleichzeitig zu stillen…;-) Ein Starbucks eignet sich hervorragend dafür.

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Außerdem wollte mein Mann noch ein wenig seinen „Frauenmagneten“ halten 😉

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Da wir für diese Stadt nur ein sehr rudimentäres Kartenmaterial hatten, fragten wir uns ein wenig durch. Die Leute konnten fast alle Englisch, jedenfalls soviel um weiterzuhelfen. Unser Ziel war nämlich eine Festungsanlage, die auch als UNESCO Weltkulturerbe geführt wird.

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Auch hier war die Affinität zum Kaffeetrinken durchaus erkennbar.

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Uns gefiel, dass es so viel mehr als „Starbucks“ und „The Coffee Bean and Tea Leaf“ zu finden war.

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Hwaseong heißt diese Sehenswürdigkeit von Suwon und wurde um 1790 erbaut. Während des Zweiten Weltkriegs und des Koreakriegs ziemlich beschädigt, wurde die Festungsanlage wieder restauriert.

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Wir waren uns im Klaren, dass wir an diesem Tag auf keinen Fall die ganze Anlage (ca 6 Kilometer lang) schaffen würden, daher suchten wir uns ein paar Highlights aus.

Wir schlenderten erst durch den Palast des Erbauers (König Jesongjo) der Festung.

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Die Kinder schliefen, was diese Besichtigung sehr entspannt machte. Als Lotte aufwachte, brauchten wir ein Programm, dass sie auspowerte. Kein Problem, einfach rauf auf einen Hügel, auf dem ein ehemaliger Militärposten steht und von wo früher Signalfeuer gezündet wurden.

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Aber erstmal mit den koranischen Kindern Seifenblasen fangen 😉

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Oben angekommen, entdeckten wir – zur Freude meines Mannes – dass man dort eine Glocke läuten konnte…

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Von dort oben hatte man einen wunderbaren Ausblick auf Suwon. Diesen genossen wir ein wenig, als wir plötzlich Gesellschaft bekamen…

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Eine Gruppe von Marinesoldaten war anscheinend vom blonden Lockenkopf und von unserem Baby angetan. Sie kamen zu uns und witzelten mit Liselotte.

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Christof fragte sofort, ob er ein Foto machen durfte. Die Soldaten – die auch nur zum Vergnügen hier waren – hatten ihren Spaß. 😉

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Einer der Jungs, der auch eine große Kamera dabeihatte, machte dann noch ein Foto von uns. Wir freuten uns auch sehr über das Kompliment „Pretty Family“.

Dann kam einer der Buben (älter waren die nicht) und schenkte Liselotte ein Abzeichen der Koreanischen Marine.

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Vielleicht der Beginn eines Traumberufs ;-)? Christof meinte auf keinen Fall, außer die SMS Novara stößt wieder in See. Dann würde er es ihr erlauben…

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Es war bereits später Nachmittag und da wir noch den Rückweg zur und die Rückfahrt mit der U-Bahn vor uns hatten, machten wir uns auf den Rückweg. Am Straßenrand saß ein alter Mann, der Messer verkaufte. Mein Mann, den unnützes Zeug magisch anzieht, kaufte eines davon. Obwohl ein scharfes Küchenmesser eigentlich ziemlich nützlich ist 🙂

Zu erwähnen sei heute mal die Freundlichkeit der Koreaner unseren Kindern gegenüber. Die Leute finden so viel gefallen an ihnen, dass Liselotte z.B. sehr viel geschenkt bekommt. Das ist uns immer sehr unangenehm, aber wir freuen uns trotzdem immer sehr.

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Wieder daheim probierten wir ein weiteres, der unzähligen Korean BBQ-Restaurants aus.

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Ein kurzer Blick in die Karte und wir wußten was wir wollten. Auch dieses Mal wurden wir nicht enttäuscht, denn es schmeckte herrlich 😉

Auch hier wurden unsere Fähigkeiten als Eltern wieder voll auf die Probe gestellt. Irgendwie sehe ich das meinem Kind an, dass sie doch auf Toilette muss, obwohl sie es vehemment verneint. Nur leider war es jetzt schon zu spät und sie pullerte in die Hose. Nun ja, da wir perfekt auf so etwas vorbereitet sind, haben wir genug Ersatzklamotten dabei, nur leider rechnet keiner damit, dass es unserer kleinen „Diva“ nicht gefällt etwas mit Schmetterlingen anzuziehen. Mein Gott, was für eine Situation. Von außen muss das sehr amüsant aussehen, aber wenn man mittendrin steckt, dann ist es seeeeeeehr anstrengend 🙂

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Morgen wird also schon unser letzter Tag sein. Es ist Wahnsinn, dass die schönen Tage im Leben immer so schnell vergehen.

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